Donnerstag, 27.Februar 2020

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In der öffentlichen Erklärung von Renate Ellmenreich, Peter Rösch, Dr. Henning Pietzsch und Wolfgang Loukidis heißt es u.a.:

"Am 12. April 1981 kam der 23jährige Matthias Domaschk in der Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Gera zu Tode. Das MfS ließ verlauten: durch Selbstmord. Für seine Angehörigen und Freunde war das unfassbar. Diesem lebensbejahenden und hoffnungsvollen jungen Mann traute niemand suizidale Absichten zu. Die Frage, was mit ihm geschehen sein musste, dass er nach zwei Tagen beim MfS tot war, blieb offen und ist bis heute nicht beantwortet. Deshalb befasst sich eine von Ministerpräsident Bodo Ramelow initiierte Arbeitsgruppe „Tod von Matthias Domaschk“ seit dem 5. März 2015 mit der umfassenden Aufklärung des Todesfalls.
Dass das MfS erhebliche Anstrengungen unternahm, um die „Offene Arbeit“ mit Jugendlichen innerhalb der Landeskirche zu zerschlagen und dabei nicht davor zurückschreckte, so genannte „Rädelsführer“ und „Feinde des Sozialismus“ hart anzugehen, war bekannt. Die Folgen für viele Beteiligte an den Protesten gegen die Biermann-Ausbürgerung in den Jahren 1976 und 1977 waren noch in frischer Erinnerung. Zahlreiche Akteure aus der Jungen Gemeinde Stadtmitte waren damals verhaftet und mehrfach verhört worden, darunter auch Matthias Domaschk. Sieben Personen aus dem Kreis und direkten Umfeld wurden anschließend aus der Haft heraus ausgebürgert." (Medieninformation der Thüringer Staatskanzlei)

dpa meldete "Sowohl Dokumente des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) als auch Zeugenaussagen in einem Prozess widersprächen der von der Stasi verbreiteten Version, Domaschk habe sich 1981 im Geraer Stasi-Gefängnis selbst umgebracht, Damit hätten die tatsächlichen Todesumstände verschleiert werden sollen. Die Fakten deuten eher auf einen ‚Unfall‘ mit Todesfolge und nachgestelltem Suizid oder auf eine ‚ungewollte‘ Gewalthandlung durch MfS-Mitarbeiter hin, in deren Folge Matthias Domaschk zu Tode kam“, heißt es in dem Zwischenbericht. Die Stasi-Akten selbst hätten sich als sehr widersprüchlich erwiesen und seien offensichtlich manipuliert worden. .Die Arbeitsgruppe war von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) initiiert worden – ihr gehören ein Historiker, ein Anwalt, ein Freund Domaschks sowie seine damalige Lebensgefährtin an." (u.a. OTZ vom 12.04.2016)

"Von allen gewaltsamen Arten, zu Tode zu kommen, ist der Suizid für Ermittler am einfachsten: Opfer und Täter sind identisch, und Tote können nicht bestraft werden. Die Akte wird geschlossen. Jedenfalls meistens." (Sven Felix Kellerhoff in DIE WELT am 12.04.2016)
Auch im Ausland wird an den Tod von Matthias Domaschk erinnert (Týdeník ECHO - Prag).
Ein ausführlicher Bericht zu den Forschungen im Kontext des Todes von Matthias Domaschk ist in der aktuelle Gerbergasse 18 zu finden.

Weitere Pressestimmen:

Ostthüringer Zeitung Online - Zweiter Artikel 

Thüringische Landeszeitung Online 

Ostthüringer Zeitung Online - Erster Artikel

MDR Online 

Bayernkurier Online 

Focus Online 

Ostthüringer Zeitung Online - Artikel zur Podiumsdiskussion 

Siehe auch Linkliste des Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk"

Weiterführende Informationen zum Fall Domaschk finden Sie hier: 

Horch und Guck Online 

Robert Havemann Gesellschaft Online

Bundeszentrale für politische Bildung Online 

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