Donnerstag, 27.Februar 2020

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Bericht der Schüler über ein Quellen-Zeitzeugen-Projekt von Dr. Matthias Wanitschke in der regionalen Presse

Gotha. Es ist schon eine Tradition, dass die Schüler der 10. Klasse des Arnoldigymnasiums jedes Jahr einen Projekttag zum Thema Staatssicherheit in Erfurt durchführen. Unsere Klasse begann als erstes mit einer Führung durch die Stasiunterlagenbehörde auf dem Petersberg. Dabei erläuterte uns ein Mitarbeiter zuerst wichtige Details über die Arbeit der Stasi, außerdem stellte er uns den Aufbau und die Funktion der Stasiakten vor. Uns wurde anschaulich beschrieben, wie und warum das MfS die Akten während der Wende verzweifelt vernichten wollte.

In der nächsten Unterrichtseinheit beschäftigten wir uns mit den Akten von Günther Heinzel, der uns gemeinsam mit seiner Frau Eva am folgenden Tag zum Zeitzeugengespräch zur Verfügung stehen sollte. Matthias Wanitschke gab einen Überblick und brachte uns anhand der originalen Stasiakten die Lebens- und Fluchtgeschichte der Heinzels näher. Anhand von Gerichtsdokumenten und Verhörprotokollen konnten wir etwas von dem Umfang der Spionagearbeiten der Stasi in Thüringen erahnen.

Wie genau und präzise die Stasi damals arbeitete, war erschreckend. Die dritte Einheit fand nun im Gebäude in der Andreasstraße unter der Leitung von Schulleiter Clemens Festag statt.

Dort beschäftigten wir uns nach dem Prinzip einer Lerntheke noch einmal genauer mit den Stasiakten von Günther Heinzel - jeder konnte die Quellen durcharbeiten, die ihn am meisten interessierten. Hierbei notierten wir auch Fragen für das Zeitzeugengespräch am Folgetag. Im letzten Modul wurden wir von einer Mitarbeiterin der Gedenkstätte durch die ehemalige Haftanstalt in der Andreasstraße geführt. Dies war sicherlich ein besonderes, wenn auch bedrückendes Highlight des Ausfluges.

Wir konnten die zum Teil noch im Originalzustand befindlichen Haftzellen des Männertraktes besichtigen. In Verbindung mit verschiedenen sehr informativen Ausstellungen gab uns dieses Modul einen sehr guten Einblick in das Leben eines DDR-Häftlings. Am Ende konnten wir noch die eine oder andere Frage über den Häftlingsalltag stellen.

Am nächsten Tag fand dann das Zeitzeugengespräch mit Günther Heinzel und seiner jetzigen Frau und damaligen Freundin Eva statt. Nach einem erfolglosen Fluchtversuch im Jahr 1965 musste der ehemalige Schüler der Arnoldischule für zehn Monate ins Gefängnis. 1969 gelang ihm und 1971 auch seiner damaligen Freundin die Flucht in den Westen. Im Laufe des Gesprächs wurden uns viele Fragen über die Flucht beantwortet.

Aber auch Themen wie der Neuanfang in der Bundesrepublik oder die Zeit während der Haft kamen nicht zu kurz. Nach dem knapp zweistündigen Gespräch wussten wir einiges mehr über die Auswirkungen der SED-Herrschaft auf die Lebensverhältnisse in der ehemaligen DDR.

Paul Freise und Fabian Rehme sind Schüler der Klasse 10/3 im Arnoldigymnasium Gotha.

Thüringer Landeszeitung, Gothaer Ausgabe, 06.04.2016, Seite 14 "Blick auf DDR-Schicksal" bzw. Mein Anzeiger, Ausgabe Gotha vom März 2016

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